Impfungen – Hund

Impfungen bei Hunden

In den vergangenen Jahren war es üblich, Hunde jährlich gegen die häufigsten Infektionskrankheiten zu immunisieren. Mittlerweile ist es meist nicht mehr nötig, die komplette Kombi-Impfung so häufig durchzuführen.

Grundsätzlich ist jeder Impfschutz nur so belastbar, wie der „Impfling“ in der Lage ist, die entsprechenden Antikörper (= Schutzstoffe) in ausreichender Menge zu bilden. Daher muss vor jeder Impfung sichergestellt sein, dass der Patient gesund ist. Außerdem sollte die Grundimmunisierung des jungen Hundes sorgfältig erfolgt sein (idealerweise 8., 12. und 16. Lebenswoche, nach vorausgegangener Entwurmung).

Nach einer Auffrischungsimpfung ein Jahr später hält der Schutz dann – bis auf die weiterhin jährlich fällige Leptospiroseimpfung – drei Jahre.

Tollwut

Nach zweimaliger Basisimmunisierung in der 12. und 16. Lebenswoche sowie Boosterung ein Jahr später ist eine Wiederholung nach drei Jahren ausreichend.

Für jede Auslandsreise ist ein EU-Pass vorgeschrieben und der Hund muss gechipt sein und zwar vor oder spätestens zeitgleich mit der Tollwut-Impfung.

Da in Deutschland seit mehreren Jahren kein Tollwut-Fall bei Haus- und Wildtieren aufgetreten ist, ist zumindest bei Hunden kleiner Rassen zu erwägen, die Tollwut-Impfung vorerst fallen zu lassen. Es wird zwar diskutiert, dass es Tollwuterkrankungen bei Fledermäusen in Norddeutschland geben könnte, aber bisher scheint Bayern nicht betroffen zu sein

Einreisebestimmungen: www.petsontour.de

Staupe, Parvovirose, Hepatitis contagiosa canis

Nach ausreichender Grund- und Auffrischungsimpfung ist eine Wiederholung alle drei Jahre vollkommen ausreichend

Leptospirose

Der Schutz gegen die Leptospirose hält leider nur ein knappes Jahr an, so dass weiterhin eine jährliche Auffrischung nötig ist. Da diese Erkrankung auf den Menschen übertragbar ist, muss unbedingt für bestmöglichen Schutz gesorgt und der Hund als Überträger ausgeschlossen werden. Leptospiren werden über den Urin infizierter Tiere ausgeschieden und vermehren sich in fließenden und stehenden Gewässern, z.B. Pfützen. Sie verursachen in erster Linie Nieren- und Leberprobleme.

Borreliose

Die Wirksamkeit der Borreliose-Impfung ist äußerst umstritten, die Krankheit sicherlich deutlich seltener als in der Fachpresse behauptet!

Die Impfung macht nur bei Hunden ohne Erregerkontakt Sinn, also bei Junghunden, die noch nie Zecken hatten. Vor einer Impfung muß beim erwachsenen Hund per Bluttest der Borrelien-Antikörper-Titer bestimmt werden, der negativ ausfallen muß.

Wir raten von einer Impfung eher ab. Unerlässlich ist aber ein ausreichender Schutz vor Zecken als Krankheitsprophylaxe.

Leishmaniose

Für Hundebesitzer, die regelmäßig in südliche Länder reisen, ist es interessant, ihr Tier gegen diese gefährliche und letztlich unheilbare Erkrankung zu schützen. Von Sandfliegen am Strand übertragen, führt die Infektion zu schweren Haut- und Nierensymptomen. Auch wenn das akute Krankheitsstadium überwunden wird, ist eine lebenslängliche Therapie mit Allopurinol erforderlich, es kann immer wieder Schübe geben, die Lebenserwartung deutlich gesenkt sein.

Wenn Sie außerhalb der Sommermonate reisen oder Ihren Hund nur selten mit zum Strand nehmen (bes. in den Abendstunden gefährlich), ist eine Parasiten-Prophylaxe mit Imidacloprid + Moxidectin oder Selamectin ausreichend.

Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfungen, dann jährliche Wiederholung.

Fazit

Zukünftig muss Ihr Hund zwar weiterhin einmal im Jahr wie gewohnt geimpft werden, es wird aber nur noch alle drei Jahre die komplette Kombi-Impfung fällig, während in den zwei Jahren dazwischen die Auffrischung des Leptospirose-Schutzes ausreichend ist.

Im Einzelfall überlegen und besprechen wir mit Ihnen, welches Impfschema für Ihren Hund am sinnvollsten ist.